Krankheitsbild: Fibromyalgie-Syndrom

Krankheitsbild: Fibromyalgie-Syndrom

Das Fibromyalgie-Syndrom, oder Faser-Muskel-Schmerz, ist eine nichtentzündliche Form des Weichteilrheumatismus. Betroffene klagen über chronische Schmerzen in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen. Die Art des Schmerzes und die Intensität können ständig wechseln.

Was ist das Fibromyalgie-Syndrom?

Das Fibromyalgie-Syndrom oder kurz Fibromyalgie wurde Mitte der 1980er-Jahre von verschiedenen Fachgruppen beschrieben. Damals beschloss die Vereinigung amerikanischer Rheumatologen, das Krankheitsbild „Fibromyalgie“ anhand bestimmter Kriterien zu definieren. Der Grund lag darin, dass es (vorwiegend weibliche) Patienten mit Schmerzen am ganzen Körper gab, denen aber keine einzelne, eindeutige Ursache zugeordnet werden konnte.

Typischerweise spielen sich die Schmerzen in Muskel-, Sehnen- und Faszienstrukturen ab. Deshalb wurde die Fibromyalgie auch „generalisierte Tendomyopathie“, also Sehnen-Muskel-Störung, oder „generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom“ genannt. Die frühen Diagnosekriterien (starke Schmerzen an ganz bestimmten Druckpunkten sowie typische vegetative Begleitstörungen) sind in den vergangenen Jahren etwas modifiziert worden: Die Amerikaner sprechen jetzt von „chronic widespread pain (CWP)“ – im deutschen Sprachgebrauch hat sich der Begriff „Fibromyalgie“ aber etabliert.

Charakteristische Schmerzen bei Fibromyalgie

Das Diagnosekriterium „schmerzhafte Triggerpunkte an definierten Stellen" ist immer noch hilfreich, aber nicht mehr Bedingung. Entscheidend ist, dass sich die Schmerzen

  • auf die Muskeln und Sehnen beziehen
  • an allen vier Körperquadranten zu finden sind
  • mit den typischen Begleitstörungen verknüpft sind.

Den Schmerzen liegen keine eindeutigen Ursachen zugrunde, man geht eher von einer sogenannten „multifaktoriellen Entstehung“ aus. Weder degenerative Erkrankungen noch entzündlich-rheumatische Faktoren lösen die Schmerzen aus. Vor allem Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren erkranken am Fibromyalgie-Syndrom. Die Krankheit beginnt schleichend: Erst nach einigen Monaten oder Jahren treten die typischen Schmerzen auf.

Das Fibromyalgie-Syndrom löst oft Begleiterkrankungen wie Schlafstörungen, Ängste, Depressionen und Erschöpfung aus. Dass die Krankheit oft nicht ernst genommen wird, belastet die Patienten zusätzlich. Beim Fibromyalgie-Syndrom handelt es sich jedoch um real empfundene Schmerzen.

Was die Schmerzen beim Fibromyalgie-Syndrom auslöst, ist bis heute unklar. Wir gehen davon aus, dass bei Betroffenen die Schmerzverarbeitung im Gehirn gestört ist. Kleinste Reize können große Schmerzen auslösen.

Welche Symptome hat das Fibromyalgie-Syndrom?

Als Leitsymptome für das Fibromyalgie-Syndrom gelten die chronischen und diffusen Schmerzen. Betroffen sind vor allem die Muskulatur und Sehnenansätze, insbesondere in der Rückenregion. Der Schmerz selbst ist großflächig, die Betroffenen beschreiben ihn als dumpf, brennend, schneidend oder bohrend. Die Symptome halten über Jahre an.

Begleitsymptome für das Fibromyalgie-Syndrom sind:

  • Gefühl geschwollener Weichteile
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit, „Fatigue-Syndrom“
  • Reizdarm oder Reizblase
  • Morgensteifigkeit
  • Angstzustände
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Zittern
  • Atembeschwerden
  • Mundtrockenheit
  • vermehrtes Frieren oder Schwitzen

Multifaktorielle Entstehung

Auch wenn sich die Krankheitsbilder ähneln, gibt es wahrscheinlich in jedem Einzelfall ein individuelles Ursachengeflecht. Allen gemeinsam ist eine Schmerzverarbeitungsstörung. Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass sowohl Stresszentren als auch Schmerzzentren aktiv sind. Für das Individuelle Krankheitsverständnis hilf uns das sogenannte bio-psycho-soziale Modell der Risikofaktoren:

Körperliche Risikofaktoren für das Fibromyalgie-Syndrom sind:

  • Fehlhaltungen
  • Muskuläre Dysbalancen
  • Wirbel- und Gelenkblockaden
  • Überbeweglichkeit
  • Hormonelle Störungen
  • Infektionen

Psychische Risikofaktoren für das Fibromyalgie-Syndrom sind:

  • Dauerstress
  • Burn-out
  • Depressionen
  • Ängste
  • Traumatisierungen

Soziale Risikofaktoren für das Fibromyalgie-Syndrom sind:

  • Stress im Beruf
  • Überforderung und Fehlbelastung im Beruf
  • Beziehungskonflikte
  • Familiärer Stress

Wie wir das Fibromyalgie-Syndrom behandeln

Unser Therapiekonzept ist durch unsere jahrelange Erfahrung teils standardisiert, teils aber individualisiert. Wir gehen zunächst davon aus, dass es am wichtigsten ist, die körperlichen Schmerzen zu lindern und besser damit umgehen zu lernen. Wir „holen“ unsere Patienten also zunächst auf der körperlichen Ebene ab.

In einer zweiten Stufe wenden wir uns dann den psychosozialen Risikofaktoren zu. Dazu steht uns ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialberatern, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Masseuren, Ergotherapeuten und Schmerzfachkräften sowie Ernährungsberaterinnen zur Verfügung.

Unser bewährtes Spezialprogramm für Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom kombiniert Bewegungstherapie, physikalischer Therapie sowie Schmerzbewältigungs- und Funktionstraining.

Bestandteile unserer Behandlung sind:

  • Schmerztherapie
  • Psychotherapie
  • Selbsthilfegruppen
  • Sport- und Funktionstraining
  • Physikalische Therapie
  • Entspannungsmethoden
  • Ernährungsberatung
  • „Faszienpark“ (Schmerzpunkt-Selbstmassage für Rücken und Gelenke)

Eine medikamentöse Therapie (z.B. mit Antidepressiva) ist zusätzlich möglich. In die Therapie beziehen wir auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel ein.

Unser Ziel ist, Ihre Lebensqualität wiederherzustellen und eine Langzeitstrategie zu erarbeiten, die Sie auch weit nach Ihrem Aufenthalt bei uns anwenden können. Sie lernen, wie Sie mit dem Fibromyalgie-Syndrom umgehen und die Symptome lindern können.

Wer Sie behandelt

Prof. Dr. med. Hans-Günther Mergenthaler

Prof. Dr. med. Hans-Günther Mergenthaler

Ärztlicher Direktor, Chefarzt Onkologie

Dr. med. Peter Trunzer

Dr. med. Peter Trunzer

Chefarzt Rheumatologie und chronische Schmerzerkrankungen

Dr. med. Thomas Gierlich

Dr. med. Thomas Gierlich

Oberarzt Fachbereich Onkologie

Dr. med. Rosemarie Pöhnl

Dr. med. Rosemarie Pöhnl

Oberärztin Fachbereich Onkologie

Wie Sie uns kontaktieren können

Heike Schweitzer

Heike Schweitzer

Patientenaufnahme

MEDICLIN Kraichgau-Klinik

Christiane Pitz

Christiane Pitz

Patientenaufnahme

MEDICLIN Kraichgau-Klinik