Krankheitsbild: Fatigue Syndrom

Krankheitsbild: Fatigue Syndrom

Patienten, die am Fatigue Syndrom erkrankt sind, leiden an einem dauerhaften Erschöpfungszustand, der häufig während der Behandlung einer Krebserkrankung auftritt. Diese Erschöpfung kann sich über Jahre hinziehen und Körper und Psyche belasten.

Was ist das Fatigue Syndrom?

Bei einer kräftezehrenden Krebstherapie, insbesondere Chemotherapien oder Bestrahlungen, sind Erschöpfungserscheinungen nicht außergewöhnlich. Oftmals kommt es jedoch zu einer besonders intensiven und langanhaltenden Schwäche, dem tumorbedingten Fatigue Syndrom. Bei dieser Erkrankung sinken die körperliche Leistungsfähigkeit und der innere Antrieb. Patienten können diese Defizite nicht mit Schlaf und körperlicher Schonung ausgleichen.

In manchen Fällen klagen Patienten selbst nach mehreren Monaten und Jahren noch über eine anhaltende Erschöpfung, wobei Experten dann von einem chronischen Fatigue Syndrom sprechen.

Die genaue Ursache des Fatigue Syndroms kennen wir noch nicht – es ist wahrscheinlich neuroimmunologischen Ursprungs. Entsprechend gibt es auch noch keine ursächliche Prophylaxe oder Therapie.

Sowohl die außergewöhnliche körperliche Anstrengung und die Schmerzen während der Chemo- und Strahlentherapie wie auch die psychische Belastung können zu der Erkrankung führen. Da dies von Patient zu Patient unterschiedlich ist, behandeln wir das Erschöpfungssyndrom in der MEDICLIN Kraichgau-Klinik durch individuell auf Sie angepasste Therapien.

Woran Sie das Fatigue Syndrom erkennen können

Bei den meisten Betroffenen treten körperliche und psychische Symptome auf. Dazu zählen vor allem:

  • Vorzeitige Ermüdung, auch bei kleineren Belastungen wie Einkaufen
  • Mangelnde oder verzögerte Erholung nach Ruhepausen
  • Motivationsschwäche und Interesselosigkeit (aber nicht zu verwechseln mit Depression)

Sowie in manchen Fällen:

  • Konzentrationsschwäche
  • Vergesslichkeit
  • Wortfindungsstörungen

Wie wir das Fatigue Syndrom diagnostizieren

Um das Fatigue Syndrom von einer normalen Ermüdung oder aber einer Depression, die ähnliche Symptome mit sich bringt, unterscheiden zu können, nehmen sich unsere Ärzte ausreichend Zeit für ein Gespräch mit Ihnen. Mit Fragen zu Ihrem genauen körperlichen und geistigen Zustand, zu Veränderungen durch die Krebstherapie und Auswirkungen, die die Erschöpfung mit sich bringt, diagnostizieren wir die genaue Ursache. Weitere mögliche Ursachen des Erschöpfungssyndroms, wie beispielsweise Eisenmangel oder sonstige körperliche Defizite, klären wir durch Blutabnahme und andere diagnostische Verfahren.

Wie wir das Fatigue Syndrom behandeln

Unsere Ärzte haben ein stufenweise aufgebautes Trainingsprogramm für Patienten mit Fatigue Syndrom zusammengestellt. Da das Erschöpfungssyndrom unterschiedliche Auslöser haben kann, passen wir die Schwerpunkte der Therapie je nach Patient an. Mögliche Elemente sind:

  • Sanftes Ausdauertraining (z.B. Soft-Walking)
  • Psychologische Unterstützung
  • Ergotherapie (z.B. Kunsttherapie)
  • Kognitives Training (z.B. Gehirnjogging)
  • Lichttherapie mit speziellen Lampen: Sehr helles, weißes Tageslicht aktiviert die Zirbeldrüse und lindert die Erschöpfungssymptome und die depressiven Symptome.
  • Gegebenenfalls medikamentöse Therapie. Es gibt jedoch kein spezielles Medikament, das die Fatigue eindeutig lindern könnte. Antidepressiva oder gar Amphetamine helfen erfahrungsgemäß nicht.

Sehr wichtig: Sie sollten ihr Umfeld – Familie, Berufskollegen, Freunde –  über das Fatigue Syndrom informieren. So wecken Sie Verständnis dafür, dass manche Dinge langsamer gehen oder dass Sie vermehrt Pausen brauchen. Generell verbessert sich die chronische Fatigue nur in kleinen Schritten. Ein angepasster, nicht überfordernder, aber auch nicht unterfordernder Tagesablauf hilft hierbei. Eine schwere Fatigue kann allerdings die Berufsfähigkeit beeinträchtigen.

Wer Sie behandelt

Prof. Dr. med. Hans-Günther Mergenthaler

Prof. Dr. med. Hans-Günther Mergenthaler

Ärztlicher Direktor, Chefarzt Onkologie

Dr. med. Peter Trunzer

Dr. med. Peter Trunzer

Chefarzt Rheumatologie und chronische Schmerzerkrankungen

Dr. med. Thomas Gierlich

Dr. med. Thomas Gierlich

Oberarzt Fachbereich Onkologie

Dr. med. Rosemarie Pöhnl

Dr. med. Rosemarie Pöhnl

Oberärztin Fachbereich Onkologie

Wie Sie uns kontaktieren können

Heike Schweitzer

Heike Schweitzer

Patientenaufnahme

MEDICLIN Kraichgau-Klinik

Christiane Pitz

Christiane Pitz

Patientenaufnahme

MEDICLIN Kraichgau-Klinik