Krankheitsbild: Schilddrüsenkrebs

Krankheitsbild: Schilddrüsenkrebs

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse unterhalb des Kehlkopfes. Sie bildet die Hormone T3 (Trijodthyronin), T4 (Tetrajodthyronin) und Kalzitonin. Diese Hormone sind vor allem für den Stoffwechsel, das Wachstum und Reifungsprozesse des Körpers relevant.

Was ist Schilddrüsenkrebs?

Schilddrüsenkrebs ist eine seltene bösartige Tumorerkrankung der Schilddrüse. In Deutschland gibt es jährlich ungefähr 7.000 Neuerkrankungen.

Mediziner unterscheiden zwischen vier verschiedenen Arten von Schilddrüsenkrebs:

  • Papilläres Schilddrüsenkarzinom:
    Papillärer Schilddrüsenkrebs zeichnet sich durch warzenähnliche Auswüchse (Papillen) aus und ist die häufigste Form von Schilddrüsenkrebs. Im Frühstadium und bei jungen Patienten gilt er als gut behandelbar. Papillärer Schilddrüsenkrebs streut meistens nur in umliegende Lymphknoten.
  • Follikuläres Schilddrüsenkarzinom:
    Die zweithäufigste Form von Schilddrüsenkrebs ist das follikuläre Schilddrüsenkarzinom. Im Gegensatz zum papillären Schilddrüsenkarzinom streut es über die Blutbahnen und kann so auch Organe und Knochen befallen.
  • Medulläres Schilddrüsenkarzinom:
    Medullärer Schilddrüsenkrebs geht von hormonproduzierenden Zellen aus. Durch die resultierende Überproduktion an Hormonen lässt sich der Krebs gut erkennen.
  • Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom:
    Anaplastischer Schilddrüsenkrebs ist sehr selten. Er zeichnet sich vor allem durch sein sehr schnelles Wachstum aus. Anaplastischer Schilddrüsenkrebs streut bereits im Frühstadium in andere Organe und ist schlecht behandelbar.

Solange der Schilddrüsenkrebs keine anderen Organe befallen hat, gilt er als gut behandelbar. Wie bei allen Krebsformen gilt deshalb: je früher der Krebs gefunden wird, desto besser sind die Heilungschancen. Etwa 90 Prozent aller Patienten mit papillärem oder follikulärem Schilddrüsenkarzinom überstehen die Erkrankung.

Die meisten Menschen erkranken zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr an Schilddrüsenkrebs. Frauen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die genauen Ursachen für die Erkrankung sind allerdings unbekannt. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • genetische Veranlagung
  • vermehrte Röntgenstrahlung im Hals- und Kopfbereich
  • unbehandelte Kröpfe
  • kalte Knoten (Bereiche der Schilddrüse, die nur noch wenige Hormone bilden)

Welche Symptome hat Schilddrüsenkrebs?

Die Symptome für Schilddrüsenkrebs sind eher unspezifischer Natur. Sie können auch Anzeichen für eine Vielzahl anderer, harmloser Erkrankungen sein.

Im Frühstadium zeigt Schilddrüsenkrebs im Normalfall keinerlei Symptome. Erst wenn der Tumor auf umliegende Nervenbahnen sowie Luft- und Speiseröhre drückt, kommt es zu den ersten Auswirkungen. Dazu gehören:

  • anhaltende Heiserkeit
  • Atembeschwerden
  • Schluckbeschwerden
  • einseitige Pupillenverengung, eingesunkener Augapfel, herabhängendes Augenlid (durch Nervenschädigung)

Zusätzlich können je nach Schilddrüsenkarzinom weitere Beschwerden auftreten:

  • geschwollene Lymphknoten (follikuläres und papilläres Schilddrüsenkarzinom)
  • Überproduktion von Kalzitonin, Muskelkrämpfe, Gefühlsstörungen, Durchfall (medullärer Schilddrüsenkrebs)
  • asymmetrische Schwellungen am Hals, Rötungen der Haut (Anaplastischer Schilddrüsenkrebs)

Wie wir Schilddrüsenkrebs behandeln

Im Fachbereich Onkologie der MEDICLIN Kraichgau Klinik behandeln wir Patienten, die ihre Schilddrüsenkrebstherapie in einer Akutklinik abgeschlossen haben. Unser Ziel ist es, Ihnen eine optimale Lebensqualität in Ihrer häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Dazu arbeiten wir eng mit Akutkliniken, operativen Fachzentren, strahlentherapeutischen Zentren, niedergelassenen Onkologen, Fachärzten und Hausärzten zusammen.

Eine Tumortherapie hinterlässt immer Spuren. Das können vorübergehende körperliche Beschwerden wie Schmerzen sein, aber auch dauerhafte Behinderungen und Einschränkungen. Hinzu kommt die seelische Belastung vor und während der Behandlung.

Im Rahmen der Tumornachsorge können einige diagnostische Maßnahmen erforderlich sein. In der Diagnostik können wir Informationen zu Ihrer gesundheitlichen Verfassung sammeln. Unsere Maßnahmen sind ausgerichtet auf:

  • Lymphödeme
  • postoperative Diagnostik
  • Thrombose
  • Blutwerte
  • Lungenfunktion

Unsere Behandlung und Nachsorge richten sich nach Ihrer individuellen körperlichen, psychischen und sozialen Situation. Aus einem interdisziplinären Therapieangebot stellen wir mit Ihnen zusammen einen geeigneten Therapieplan zusammen. Unser therapeutisches Angebot umfasst:

Therapiebausteine

Unsere Behandlung und Nachsorge richten sich nach Ihrer individuellen körperlichen, psychischen und sozialen Situation. Aus einem interdisziplinären Therapieangebot stellen wir mit Ihnen zusammen einen geeigneten Therapieplan zusammen. Unser therapeutisches Angebot umfasst:

Hormonelle Versorgung

Falls Ihre Schilddrüse entfernt werden musste, ist eine hormonelle Versorgung notwendig. Die künstlichen Hormone müssen lebenslang eingenommen werden. In der Reha lernen Sie, wie Sie die Hormone richtig dosieren.

Vitamin- und Kalziumversorgung

Unter Umständen leiden Sie nach einer Schilddrüsenkrebs-Behandlung unter Vitamin-D und Kalziummangel. In der Reha zeigen wir Ihnen die angemessene Dosierung von Vitamin- und Kalziumpräparaten.

Logopädie

In der Logopädie helfen wir Ihnen bei der Wiedererlangung Ihrer Sprachfähigkeit sowie bei Schluckbeschwerden. Moderne, minimalinvasive Operationstechniken minimieren heutzutage das Risiko von Stimmbeschwerden.

Sport- und Bewegungstherapie

Eine Schilddrüsenkrebstherapie kann sich auf Ihre körperliche Fitness und Beweglichkeit auswirken. Insbesondere längere Chemotherapien schwächen den Körper. In der Sport- und Bewegungstherapie stärken wir Ihre Ausdauer und Muskulatur mit Rücksicht auf Ihre Belastbarkeit.

Krankengymnastik und Physiotherapie

Viele Patienten klagen über eine eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes und Narbenbeschwerden in der Zeit nach der Operation. Eine gezielte Krankengymnastik und Physiotherapie können hierbei helfen.

Psychotherapeutische Betreuung

Eine Krebserkrankung ist immer auch eine seelische Belastung für Patienten und Angehörige. In der psychotherapeutischen Rehabilitation können Sie Ängste und Verunsicherungen aussprechen und einen Schlussstrich unter Ihre Erkrankung ziehen.

Sozialdienst

Unser Sozialdienst hilft Ihnen bei Themen wie beruflicher Wiedereingliederung, häuslicher Versorgung, Arbeitsunfähigkeit, finanzieller Absicherung und dem Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis.

Kreative Entfaltung

Kreative Prozesse helfen bei Ihrer Krankheitsverarbeitung und der Selbstreflexion. Wir bieten Ihnen dazu eine Auswahl an verschiedenen kreativen Gruppenaktivitäten, z.B. Werktherapie, ganzheitliches Gedächtnistraining, Motorisch-funktionelles Training, Wahrnehmungstraining, Tanz- und Musiktherapie.

Patientenschulung

In regelmäßigen Schulungen und Seminaren klären wir Sie und Ihre Angehörigen über Ihre Erkrankung, Behandlungsmethoden und Nachsorge auf.

Sportprogramm nach der Reha

Regelmäßiger Sport kann als Teil der Nachsorge Krebsneubildungen entgegenwirken. Sport verbessert Kondition und Leistungsfähigkeit genauso wie Wohlbefinden und Körpergefühl. Wir bieten Ihnen in der MEDICLIN Kraichgau-Klinik auch nach Ihrem Reha-Aufenthalt ein Sportprogramm unter der Leitung unserer erfahrenen Sporttherapeuten an. Die Teilnahme an dem Sportprogramm kann von der Deutschen Rentenversicherung oder der Krankenkasse gefördert werden. Mehr Informationen über das Sportprogramm nach der Reha erhalten über die Broschüre.

Wer Sie behandelt

Prof. Dr. med. Hans-Günther Mergenthaler

Prof. Dr. med. Hans-Günther Mergenthaler

Ärztlicher Direktor, Chefarzt Onkologie

Dr. med. Peter Trunzer

Dr. med. Peter Trunzer

Chefarzt Rheumatologie und chronische Schmerzerkrankungen

Dr. med. Thomas Gierlich

Dr. med. Thomas Gierlich

Oberarzt Fachbereich Onkologie

Dr. med. Rosemarie Pöhnl

Dr. med. Rosemarie Pöhnl

Oberärztin Fachbereich Onkologie

Wie Sie uns kontaktieren können

Heike Schweitzer

Heike Schweitzer

Patientenaufnahme

MEDICLIN Kraichgau-Klinik

Christiane Pitz

Christiane Pitz

Patientenaufnahme

MEDICLIN Kraichgau-Klinik